Rolf Winnewissers eigens für die Kunsthalle geschaffene Serie „Bildpfropfen“ - bestehend aus 30 Drucken auf Aquarell - ist ein gutes Beispiel für seine ars combinatoria, die Verbindung verschiedener Bildwelten. Auf der rot-blauen Aquarelllandschaft wurde im Linolschnittverfahren per Handpresse die Darstellung eines gepfropften Zweiges aufgetragen. Dabei entwickeln sich auf den einzelnen Blättern je nach Art des Farbauftrags immer wieder andere Farbdynamiken, die landschaftsartige Assoziationen hervorrufe oder rein gestische Momente erzeugen. Im „Bild im Bild“ erscheint ein Rosenzweig, der okuliert wurde. Bei der Okulation wird das „Auge“ der Rose, die Knopse, ausgeschnitten und unter die Rinde eines Wildlings gesetzt. Die Wunde wird mit Bast verbunden, damit das Ganze gut zusammenwächst. Winnewissers untraditionelles Blumenstillleben verbindet Natur und Künstlichkeit miteinander und liefert damit auch einen Beitrag zum Bilderdiskurs an sich. Das dargestellte Kultivierungsverfahren hat in seiner visuellen Erscheinung auf den ersten Blick fast etwas Gewalttätiges. Die Augen jedoch sind frei geblieben, sodass sich ein interessantes Zusammenspiel zwischen dem Festgezurrten und der Befreiung ergibt. „Ohne Auge gibt es nichts.“, so sagt Rolf Winnewisser.
Zum Preis von 750.- erhältlich.
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